Rechtsanwalt Christoph Lerg
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Gründe für die Nichtigkeit einer Ehe

Die einzelnen Ehenichtigkeitsgründe sollen hier nur kursorisch erwähnt und nicht im Detail ausgeführt werden.

Ausführlichere Darstellungen finden sich auf:

http://www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/offizialat/wiederheirat/gruende/index.html

oder

https://offizialat.bistumlimburg.de/eheverfahren/ehenichtigkeit/ehenichtigkeitsgruende.html

  • Die Ehepartner können nur dann eine wirksame Ehe schließen, wenn Sie „Ja“ zu dem gesagt haben, was die katholische Kirche unter einer Ehe versteht. Eine Ehe kann dann unwirksam sein, wenn einer der Partner gar keine Ehe schließen, wenn er keine unauflösliche Ehe schließen, wenn er keine monogame Ehe (Einehe) eingehen, wenn er sich nicht in Treue zu seinem Partner binden oder wenn er nicht für Nachkommen offen sein wollte.
  • Eine Ehenichtigkeit kann vorliegen in bestimmten Fällen des Irrtums über eine Eigenschaft des Partners oder im Falle der Täuschung über eine Eigenschaft des Partners. Zu einer nichtigen Ehe kann es auch führen, wenn ein Partner nur unter einer Bedingung heiraten möchte.
  • Die Ehe kann nichtig sein, wenn einer der Ehepartner zum Zeitpunkt der Eheschließung aufgrund seiner psychischen Konstitution nicht ehefähig war. Hier kann ein Mangel darin bestehen, dass ein Partner sich aufgrund innerer seelischer Defekte nicht innerlich frei und verantwortet für den anderen Partner entscheiden oder nicht die mit einer Ehe verbundenen Verpflichtungen erkennen konnte (Eheschließungsunfähigkeit). Des weiteren ist denkbar, dass ein Partner aufgrund bestimmter psychischer Konstellationen nicht in der Lage war, eine Ehe zu leben (Eheführungsunfähigkeit), z.B. für den Partner Empathie zu entwickeln, für ihn Verantwortung mit zu übernehmen oder auch Konflikte zu führen und die eigenen berechtigten Interessen durchzusetzen. Schließlich führt auch fehlende Geschäftsfähigkeit zur Nichtigkeit der Ehe.
  • Auch bestehende Ehehindernisse lassen keine gültige Ehe zustande kommen, so z.B. Blutsverwandschaft zwischen den Partnern in engem Grad, ein bestehendes früheres Eheband (frühere kirchliche oder kirchlich anerkannte Eheschließung) oder Impotenz (Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr) – kein Ehehindernis hingegen stellt die Sterilität (Unfruchbarkeit) dar. Ein weiteres Ehehindernis ist die Religionsverschiedenheit (Ehe mit einem Nichtchristen), sofern von diesem Ehehindernis vor der Eheschließung nicht dispensiert wurde.
  • In eher seltenen Fällen kann eine Ehe auch aus formalen Mängeln nichtig sein.
  • Keine Nichtigkeit, jedoch die Möglichkeit einer Auflösung beim Vorliegen bestimmter weiterer Voraussetzungen kommt in Betracht, wenn die bisherige Ehe nicht sakramental war, d.h. einer der Partner nicht getauft war (sog. Privilegium Paulinum oder Privilegium Petrinum) oder wenn die Ehe (nach der Eheschließung) nicht geschlechtlich vollzogen wurde (sog. Nichtvollzugsverfahren).